Türchen Nr. 24 – Genießen

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Hast du deinen Hund schon mal dabei beobachtet, wie er sich ganz genüsslich in etwas gewälzt hat? Hast du schon mal genau zugeschaut, wie dein Hund ganz genüsslich ein Kauteil bearbeitet? Hast du schon mal darauf geachtet, wie genüsslich dein Hund schnauft, wenn er die perfekte Liegeposition gefunden hat?

Genießen – unsere Hunde können das verdammt gut!

Aber was heißt das nun genau? Ich verstehe darunter, sich ganz in die Situation fallen zu lassen und sich über diesen wunderbaren Moment zu freuen. Genuss bedeutet das Schöne im Hier und Jetzt besonders bewusst wahrzunehmen.

Es braucht Achtsamkeit, um wirklich genießen zu können. Echter Genuss kann leicht verhindert werden, wenn wir uns dabei noch über gestern und morgen den Kopf zerbrechen. Er wird auch verhindert, wenn wir währenddessen noch darüber nachdenken, ob das denn alles so gut ist, was wir da tun.

Nehmen wir mal das Weihnachtsessen als Beispiel: Machst du dir dabei schon Gedanken über den Abwasch? Oder wie der Onkel sich nachher bei der Bescherung benehmen wird mit seinen blöden Sprüchen? Denkst du daran, was morgen auf der Waage steht, wenn du jetzt noch einen Nachschlag nimmst? Machst du dir schon Sorgen, wie morgen das Wetter wird? Fühlst du dich sowieso total unwohl mit den Verwandten, die jederzeit eine Diskussion mit dir anfangen könnten, in die du dich eigentlich nicht verwickeln lassen möchtest?

Was sagen uns diese Beispiele nun über Genuss?

Genuss will kein schlechtes Gewissen. Genuss will keine Bewertung. Genuss will keine Störung. Genuss will kein Gefühl von Unsicherheit in der Umgebung.

Echter Genuss braucht bestimmte Rahmenbedingungen.

Es braucht ein wenig Planung, um das Drumherum und das Nachher geregelt zu haben – für uns kleinen Grübler, die nie „nach mir die Sintflut“ denken können, ohne doch ein schlechtes Gewissen zu haben.

Es braucht die richtige Umgebung und die richtigen Menschen, damit wir uns sicher fühlen können – für uns Sensible, die schlechte Stimmung aufsaugen und Urteile anderer näher an sich ranlassen, als uns lieb ist.

Es braucht aber vor allem eine klare Entscheidung FÜR den Genuss und FÜR den Moment! Es braucht den tiefen Willen, das Schöne zu sehen und sich daran zu erfreuen!

Genau das wünsche ich euch für heute – und für alle anderen Tage!

Schafft euch eine Umgebung in der ihr genießen könnt. Schafft euch Situationen in denen ihr unbesorgt mit euren Hunden Zeit verbringen könnt. Schafft euch die Zeit und die Ruhe diese Momente genießen zu können, ohne auf die Uhr schauen zu müssen. Und schafft auch euren Hunden immer wieder diese Momente, in denen sie ganz genüsslich tun können, was sie tun möchten – freut euch mit ihnen und genießt den Moment!

Dieser Beitrag ist Teil des achtsamen Adventskalenders 2019.