Türchen Nr. 10 – Trainingspläne ausmisten

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Ich weiß ja nicht, wie es dir so geht, aber mir fallen gleich mehrere Dinge ein, die ich eigentlich mit meinem Hund üben „müsste“, mal wieder auffrischen „sollte“, neue coole Signale, die ich aufbauen „wollte“ und jede Menge aufgeschnappte Trainingsideen, die ich ausprobieren „könnte“.

Meine interne Liste an Trainingsplänen, die noch auf Umsetzung warten, ist jedenfalls lang!

Hat man einen „Baustellenhund“, der noch das ein oder andere Problem im Alltag hat, hat man ja eh immer noch irgendwas zu tun. Liest man sich dann noch ein, was man noch alles ausprobieren könnte, was dem Hund in dieser oder jener Situation zusätzlich helfen könnte, werden es gleich noch viel mehr.

Aber auch mit einem umweltsicheren Hund, der die Grundsignale sicher beherrscht, findet man immer wieder Dinge, die man nochmal ausprobieren könnte. Beschäftigung, Hundehobbies, süße Tricks – was man halt so aufschnappt, oder was man immer schonmal mit dem Hund machen wollte.

Ich selbst gehöre da mit Sicherheit auch zu denen, die solche internen Trainingslisten mit neuen Ideen füttern. Grundsätzlich bin ich auch total dafür, mit dem Hund zu trainieren und Neues auszuprobieren.

Wer gerne liest, kennt aber wahrscheinlich das Problem mit dem „Stapel ungelesener Bücher“, der nur herumliegt und uns ein schlechtes Gewissen macht, einfach weil er da immer noch ungelesen liegt. Ganz ähnlich geht es mir mit meiner internen Liste der Trainingspläne!

1000 Signale zum Aufbauen. 1001 Übung, um irgendwas noch zu verbessern oder aufzupeppen. 1002 Ideen, wie ich meinen Hund noch mehr beschäftigen könnte.

Und ich steh da und krieg das gefühlt alles überhaupt nicht auf die Kette. Die Liste erzeugt schon fast Meideverhalten, weil sie mich nicht mehr inspiriert, sondern mich nur noch unter Druck setzt. Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, wenn ich denn dann tatsächlich mal eine Sache raussuchen möchte, um sie zu üben. Wo fängt man denn dann überhaupt an, bei den ganzen aufgeschobenen Sachen?

Deshalb möchte ich im heutigen Adventskalendertürchen dazu einladen, einmal die eigene Liste der Trainingspläne auszumisten!

Du kannst entweder deine bisherige Liste durchgehen und bewusst alles streichen, was dir dann doch nicht mehr so wichtig ist. Wenn du einen Punkt darauf siehst, der weder „oh ja, dazu hätte ich WIRKLICH Lust!“ noch „oh, das wäre WIRKLICH wichtig!“ denkst, dann fliegt er raus.

Oder du sagst gleich ganz rigoros: Meine Liste brauche ich mir gar nicht anschauen! Wenn da etwas wichtiges drauf stand, wird es mir wieder einfallen oder ich werde sonst wie daran erinnert!

Also alte Liste weg und entweder ganz ohne Liste weitermachen, oder eine neue abgespeckte Liste aufstellen – egal ob im Kopf oder auf Papier.

Das Thema Prioritäten ist dabei ganz ganz wichtig. Was ist für dich persönlich das absolut wichtigste Signal im Leben mit Hund? Was klappt im Moment im Alltag noch nicht und muss dringend geändert werden? Womit hat dein Hund ein Problem und braucht deine Hilfe in Form von Training?

Beschränke dich dabei auf ein Minimum an zu trainierenden Signalen. Pro Problem EINE Übung, EIN Ansatz. Darauf konzentrierst du dich.

Wenn das läuft, ist immer noch Zeit, sich weitere Übungen zu suchen. Wenn du merkst, dass diese Übung nicht reicht, um das Problem zu lösen, kannst du immer noch nach EINER weiteren Übung suchen, die euch hilft. Eins nach dem anderen.

Schau wirklich hin, was ihr im Alltag tatsächlich braucht und was deinem Hund und dir Spaß und Wohlbefinden bringt. Mit deinen so ausgemisteten Trainingsplänen wird es dir bestimmt leichter fallen, wirklich was anzupacken und befreiter vorwärts zu gehen.

Dieser Beitrag ist Teil des achtsamen Adventskalenders 2019.